Das Godelheimer Heimatlied

 

Wo der Nethe Silberwellen
Hurtig in die Weser ziehn,
Sollings Fluren golden schwellen,
Wo vom Felsen stolz und kühn
Fürstenberg schaut hin gen Westen,
Dahin zieht’s mich immerfort:
:/: Denn da liegt ein trautes Dörfchen
Godelheim, mein Heimatort :/:

Wo am Brunsberg um Ruinen
Brunos alter Sachsenburg !
Wilde Efeuranken grünen,
Kämpfte Kaiser Karl sich durch!
Von dem Kloster Dreizehnlinden
Ragen hohe Türme dort:
:/: Sie, da liegt im Tal zu finden
Godelheim mein Heimatort :/:

Wo am Berghang wilde Rosen
Einsam in den Schluchten blühn,
Milde Lüfte schmeichelnd kosen
Mit des Hochwalds dunklem Grün,
Wo auf stolzem Brückenbogen
Braust der Eilzug rasend fort:
:/: Liegt in goldnen Ährenwogen
Godelheim mein Heimatort :/:

Meiner Kindheit frohe Stunden
Liegen weit nun schon zurück
Habe nirgendwo gefunden
Heimatfrieden, Heimatglück!
War ich fern in fremden Landen,
Klang im Herzen mir das Wort:
:/: Zog mich heim mit tausend Banden
Godelheim mein Heimatort :/:

Wo der Eltern treue Liebe
Auf dem Friedhof unterm Stein
Ruht von allem Weltgetriebe,
Möcht‘ auch ich begraben sein!
Auf den Grabstein könnt ihr schreiben:
"Heimat war sein Lebenshort!
:/Selbst im Tode sollte bleiben
Godelheim, sein Heimatort" :/:

 

 

Text: Ferdinand Wagner, Lehrer in Godelheim während und nach dem 1. Weltkrieg

Melodie von einem Rheinlied