1954 - 1957

Anfang Januar fiel Schnee und die Kälte setzte stärker ein. Am 7. waren 15° unter Null. Mitte des Monats wurde es wärmer und es gab stürmisches Wetter. Ende des Januars wurde es sehr kalt. Es wurden Temperaturen bis zu 18° gemessen. Bis zum 7. Februar hielt die Kälte an. Da bei der starken Kälte kein Schnee lag, haben die Saaten sehr gelitten. Die Wintergerste ist ganz und der Klee zum größten Teil ausgewintert. Der Weizen musste bis zu 50 % umgemacht werden. Die Frühjahrsbestellung ging gut vonstatten, weil es immer trocken war. Des Nachts war es immer kalt, deshalb kam auch kein Gras auf die Wiesen. Der Auftrieb des Viehs hat sich in diesem Jahr sehr verzögert. Unter dem Wild ist die Tollwut ausgebrochen. Diese Seuche wurde sogar auf die Haustiere übertragen. Durch die anhaltende Trockenheit war der Bachlauf ausgetrocknet. Von Oktober 1953 bis Ende Oktober 1954 hat der Bach nicht gelaufen. Dieses ist doch wohl noch nie vorgekommen. Die Heuernte war sehr gering. Es schien als wenn alles vertrocknen sollte. Die Wasserleitung brachte nicht mehr genügend Wasser und es musste zeitweise abgestellt werden. Um einen wirtschaftlichen Verbrauch des Wassers zu gewährleisten, wurden Wasseruhren eingebaut. Im Juli hat es 3 Wochen lang, fast jeden Tag geregnet. Seit 46 Jahren war dies der kälteste Monat Juli.

Am 27. Juni fand die Landtagswahl statt. Herr Schuhmachermeister Schlüter von hier (CDU) wurde als Vertreter für den Kreis Höxter in den Landtag gewählt. Am 27. Juni fand das Bezirksturnfest des ostwestfälischen Turngaus in unserer Gemeinde statt. 400 Turner und Turnerinnen nahmen an den Wettkämpfen teil.

Anfang August wurde mit der Getreideernte begonnen. Dieselbe zog sich hin bis Mitte September. Die Kornernte kann trotz des regnerischen Wetters als gut bezeichnet werden. Anfang September wurden mit den Ausschachtungsarbeiten des zweiten Bauabschnittes am Sachsenweg begonnen. Es sollen hier 16 neue Wohnhäuser erstellt werden. Vorher wurde die Wasserleitung und Kanalisation verlegt. Im April wurden mit den Arbeiten an der Bundesstraße begonnen. Fertigstellung der Bürgersteige, Verringerung des Gefälles und Pflasterung am Eingang der Gartenstr..Gegen den 10. September wurde mit der mittelfrühen Kartoffelernte begonnen. Die Erträge sind sehr gut. Die Obsternte ist als mittelgut zu bezeichnen. Das Albersche Gut ging durch Erbschaft an den neuen Besitzer über. Der Name Albers ist erloschen. Der jetzige Besitzer führt den Namen Kohstall.     

Im Oktober wurde die in Konkurs befindliche Godelheimer Lederpappenfabrik von der Firma Büse aus Beller erworben. Nach Wiederherstellung der Weserbrücke bei Corvey wird seit dem 30. Oktober der Zugverkehr wieder über Höxter durchgeführt. Durch das regnerische Wetter und wenige Arbeitskräfte ging die Kartoffel- und Rübenernte langsam vonstatten. Die Herbstbestellung kam auch nicht voran. Durch das gelinde Wetter im Dezember konnte die Herbstbestellung durchgeführt werden. Am 17. und 18. Dezember herrschten orkanartige Stürme mit Gewittern die einigen Schaden an Dächern und in den Wäldern anrichteten. Innerhalb  der Gemeinde erfoltgen 7 Unglückfälle. In allen Fällen musste das Krankenhaus aufgesucht werden. Im Dezember bekam unsere Kirche ein elektrischen Läutewerk.

Beim Standesamt wurden beurkundet:    
Geburten  1   
Eheschließungen  10 
Sterbefälle  4

In Höxter 26 Geburten und 4 Sterbefälle.

 

1955

Anfangs Januar leichter Frost, am 12.1. Tauwetter mit Regen, am 13. leichter Frost mit Schneefall, am 16. Tauwetter mit Regen am 17. Schneestürme und leichter Frost. Mitte Februar trat starke Kälte mit stärkeren Schneefällen ein. Die Kälte hielt bis Ende März an. Mitte April wurde mit der Frühjahrbestellung begonnen. Die Burgfeldstraße wurde vermessen. Für die Landabgabe für diese Straße, wurden die Besitzer mit der dem von Herrn Kohstall erworbenen Gelände entschädigt. Reker und Albers erhielten in der Burgeldstraße einen Bauplatz. Das Kreuz an der Nethebrücke wurde von der linken Straßenseite auf die rechte Seite umgesetzt. Anfang Juni wurde mit der Herernte begonnen. Die Heuernte war gut und reichlich. Anfang August wurde mit der Kornernte begonnen. Bei der Ernte war es erst regnerisch, dann trat günstiges Wetter ein, welches bis Ende Oktober anhielt. Die Erträge bei Roggen war mittel, bei Weizen und Sommergetreide gut.

Anfang September begann die Kartoffelernte. Halbfrühe Kartoffeln waren schlecht, die späten Sorten brachten gute Erträge. Die Obsternte muss als schlecht angesehen werden.

Der Sachsenweg und Friedhofstraße wurde ausgebaut und mit einer Teerdecke versehen. Ein  Teil der Gartenstraße wurde verbreitert und ordnungsgemäß ausgebaut. Das Kreuz wurde von Herrn Schlüter von der Gartenstraße in seinen Garten gestellt.

Am 1. Oktober eröffnete Herr Josef Kirchhof an der rechten Straßenseite eine Großtankstelle.

Abgesehen von einigen Frosttagen waren die Monate November und Dezember recht mild.

Beim Standesamt wurden beurkundet:  Geburten   3,  Eheschließungen   14   Sterbefälle    6

Beim Standesamt Höxter wurden 16 Geburten und 5 Sterbefälle beurkundet. 

 

1956

Ende Januar setzte der Winter ein. Am 31.1. waren es 10° unter 0 und am 1.2. sogar 23° unter 0. Der ganze Monat Februar war sehr kalt. Die Heuernte ist verregnet. Seit 50 Jahren war es der regenreichste Monat Juni. Am 24. Juni fand seit 18 Jahren unter reger Beteiligung ein Schützenfest statt. In der Kriegergedächtniskapelle wurden zwei neue Tafeln mit den Gefallenen des zweiten Weltkriegs angebracht. Durch Wolkenbrüche im Gebiet der Nebenflüsse der Weser erreichte die Weser am 16. Juli einen Pegelstand in Höxter von 7,03 m. Durch erneute schwere Gewitter zeigte die Weser am 21. Juli einen Pegelstand von 7,33 m in Höxter. In den überfluteten Gebieten hat die Getreideernte sehr gelitten und 25 ha Kartoffeln wurden bei uns restlos vernichtet.  

Ende Juli wurde mit dem Neubau des Weges zum Ohrental begonnen. Die Hohlwege und Wasserläufe waren für die landwirtschaftlichen Maschinen und Lastwagen nicht mehr befahrbar. Mit der Ernte wurde Anfang August begonnen. Die Kornernte war mittel, die Kartoffelernte gut und die Rübenernte schlecht. Am 28. Oktober fanden die Kommunalwahlen statt. Gemeinde- Amt- und Kreisvertretung. In unserer Gemeinde wurden 14 Vertreter gewählt und zwar 7 von der CDU, 4 vom Zentrum und 3 von der SPD. Bei der Wahl des Bürgermeisters ging Zentrum und SPD zusammen und dadurch entstand Stimmengleichheit. Es musste das Los entscheiden. Hierdurch wurde Johannes Lingemann Bürgermeister. Stellvertreter wurde Anton Mutter.

In diesem Jahre wurden drei neu erbaute Häuser bezogen und zwar Grawe Maygadessen. Büse und Albers in der Burgfeldstr. An der linken Straßenseite der Bundesstraße 64 und 83 wurde die neu erbaute Esso-Großtankstelle in Betrieb genommen.

Beim Standesamt wurden beurkundet:
Geburten   3  
Eheschließungen   10  
Sterbefälle   13

Beim Standesamt Höxter sind beurkundet: 
Geburten  26 
Sterbefälle  3

Ein Sterbefall beim Standesamt Göttingen.

 

1957

Das Jahr 1957 begann mit einem gelinden Winter. Es war nur leichter Frost zu verzeichnen Trotzdem kam der Frühling spät. Am 19. März wurden folgende Arbeiten für den Schulneubau vergeben.
Maurerarbeiten, Bauunternehmer Sievers, Rothe,
Zimmererarbeiten, Büse Beller,
Klempnerarbeiten, Installationsmeister Seewald Godelheim,
Dachdeckerarbeiten, Fa. Karl Müller, Godelheim.
Die Monate April und Mai brachten viel Regen und kalte Tage und dadurch dauerte die Frühjahrsbestellung lange. Mit dem Volksschulneubau wurde im Mai begonnen. Das Stromnetz in der Gemeinde wurde durch das K.E.A.  Höxter verstärkt. Ende Mai wurde es wieder gutes Wetter und zog sich bis in den Juni hinein. Am 18. Juni zeigte das Thermometer 29°. Dann folgten einige Regentage. Am 28. Juni wurde der Hauptlehrer Hoppmann wegen Krankheit frühzeitig in den Ruhestand versetzt. Herr Lehrer Menne übernahm die Geschäfte des Hauptlehrers. Die ersten Tage des Juli brachten wieder sommerliches Wetter. Am 4. Juli wurden die Kanalarbeiten durch die Bundesstraße 64/83 und Altendorfer Weg vergeben und kurz nach der Ernte ausgeführt. Am 5. Juli wurde der heißeste Tag mit 33° verzeichnet. Am 6.7. und 8. Juli feierte die Freiw. Feuerwehr ihr 25 jähriges Bestehen. Das Fest wurde auf dem Grundstück Jos. Potthast, wo zwei zelte an die Scheune angebaut waren, gefeiert. Von der Freiw. Feuerwehr wurden 10 Feuerwehrmänner für 25 jährige und 5 Feuerwehrmänner für 10 jährige Tätigkeit ausgezeichnet. Die Freiw. Feuerwehr feierte das Fest in enger Kameradschaft mit der ganzen Gemeinde und den Wehren der näheren Umgebung. Die Kornernte begann Ende Juli und kann als gut bezeichnet werden. Der August war mäßig war, durchschnittlich 16 - 18 °. Am 16.9. fand die Bundeswahl statt. Die CDU erhielt 52 % aller abgegebenen Stimmen. Ende September begann die reiche Kartoffel- und Rübenernte. Am 10. Oktober feierten wir das Richtfest für das soweit fertiggestellte Schulgebäude. Am 28. Oktober spendete der "Hochwürdigste Herr Weihbischof" Dr. Franz-Josef Hengstbach in der hiesigen Pfarrkirche das Sakrament der Firmung. Von der Gemeinde wurden 4 Bauplätze vergeben: (Wüllrich, Hülkenberg, Eike und Heinemann). Die Wetterlage im November ist als gut zu bezeichnen. Es wurde noch an fünf Neubauten gearbeitet. Am 22. November wurden folgende Arbeiten an der neuen Volkschule vergeben: Tischlerarbeiten, Tischlermeister Heinrich und Anton Grote, Elektroarbeiten, Elektromeister Potthast Höxter und Kirchhoff Ottbergen, Sanitär Anlagen, Fa. Kirchhoff Godelheim, Heizungsanlage Fa. Becker, Höxter.

Anfang Dezember fiel etwas Schnee aber erst Mitte des Monats setzte Frost ein. Am 17. Dezember wurden - 12° gemessen. Ebenfalls am 17. Dezember starb im Alter von 54 Jahren wohlvorbereitet der Hauptlehrer Menne und wurde am 21. Dezember unter Beteiligung der ganzen Gemeinde und Lehrerschaft beigesetzt. Herr Lehrer Wiepen übernahm die Geschäfte des Verstorbenen. In diesem Jahr wurden 3 neuerrichtet Häuser bezogen, Stadermann, Krüger und Mogge.

Standesamtlich wurden beurkundet:  
Geburten    29   
Eheschließungen   9  
Sterbefälle    9