1948

Das Jahr 1948 begann und endete mit einem regnerischen und stürmischen Wetter. Zu Beginn des Jahres zeigte der Pegelstand der Weser und Nethe Hochwasser an. Der Winter 1947/48 sah die beiden Flüsse häufiger als sonst über ihre Ufer treten, es verließ die Weser 3 und die Nethe 5 mal ihr Flussbett. Mitte Februar stellte sich dann der Winter doch noch kurz ein (Temperaturen bis -15°). Die Befürchtungen über einen allzu strengen Winter hatten sich nicht bewahrheitet, was bei den zum Teil sehr schlechten Brennmaterial nur zu begrüßen war.

Die Monate März April brachten schönes Frühlingswetter. Am Osterfest, das in diesem Jahr bereits am 28. März gefeiert wurde, lachte die Sonne vom blauen Himmel. Dem alten Brauch des Abbrennens eines Osterfeuers, der seit Jahren eingeschlafen war und im Jahr 1947 wieder aufgegriffen wurde, ist auch in diesem Jahre wieder nachgegangen worden. Das Osterfeuer stand auf dem Albers'schen  Grundstück am Langenberg. Ein Blick in die Umgebung bestätigte, dass auch in vielen anderen Orten Osterfeuer brannten.

Als Folge der voran gegangenen sehr warmen Tage, die Wärmegrade bis zu 25° erreichten, entlud sich am 20. April ein schweres Gewitter über unserem Dorf. Die niedergegangenen Wassermassen richteten Schäden durch Ausfließen auf den Ländereien am Langen- und Lüdgenberg an, insbesondere auf dem Albers'schen Plan über der Bahn, auf dem sich die von der Gemeinde verpachteten Gärten befinden.

Die Hackfruchternte brachte, wie auch die Kornernte, ein Durchschnittsergebnis. Preise: Roggen, Weizen 10,-- DM bis 13,-- DM pro Zentner, Kartoffeln 3,80 DM bis  4,-- DM pro Zentner.

Eine bisher in diesem Umfang nicht aufgetretene Kartoffelfäule brachte bei der Kartoffelernte einen großen Ausfall und verminderte die Haltbarkeit. Wie auch in den Vorjahren trat der Kartoffelkäfer wieder in erschreckend starken Umfang auf.

"Wohnungswirtschaft - Siedlung"

Die Lösung des akutesten Problems in der Gemeinde, nämlich die Beschaffung von Siedlungsland, war in diesem Jahr möglich. Bedingt durch die während des Krieges untergebrachten zahlreichen Evakuierten, die sich zum Teil noch heute hier aufhalten, ferner durch die ausgewiesenen Millionen von Deutschen aus ihrer Heimat östlich der Oder-Neisse-Linie und durch die notwendige Begründung eines eigenen Haushalts der jetzt aus dem Kriege heimgekehrten Ehemänner sowie durch neue Eheschließungen machte sich von Jahr zu Jahr ein fühlbarer Mangel an Wohnungen bemerkbar. Jedes Haus, in dem es nur eben möglich war, wurde mit Flüchtlingen und sonstigen Obdachlosen belegt. Dass bei dieser Zusammenballung der Menschen oft katastrophale Wohnverhältnisse  herrschten und zahlreiche Familien sich mit nur einem Raum begnügen mussten, ist verständlich. Derartige Verhältnisse durften und konnten kein Dauerzustand werden. Hier Abhilfe zu schaffen, war oberstes Gebot. Eine wirksame Besserung konnte nur durch die Schaffung neuer Wohnungen eintreten. 

Schwierig gestaltete sich jedoch die Beschaffung geeigneten Geländes, da die Gemeinde über solches nicht verfügte. Es wurde daher der  schon in den zwanziger Jahren ins Auge gefasste Plan eines Siedlungsprojektes auf dem Kirchhoff'schen (Lorenz) Grundstück an der Bahnhofsstr. wieder aufgegriffen. Langwierige Verhandlungen führten in den Ortsterminen am 26. Januar und am 5. März 1948, an denen der Regierungspräsident Drake selbst teilnahm, zwischen dem Besitzer Wilhelm Kirchhoff und der Gemeinde zu dem Vergleich, dass der Gemeinde 8 3/4 Morgen Land von dem genannten Grundstück überlassen wurde. Die Bauplätze in Größe von durchschnittlich 1000 qm vergab die Gemeinde im Erbaurecht an die nachstehenden Siedler:
Wilhelm Flormann, Franz Wieneke, Philipp Meier, Johannes Kornhoff, Josef Weiss, Wilhelm Kurtenbach, August Winter, Josef Rox, Anton Pott, Wilhelm Kirchhoff, Johannes Golücke, Johannes Lammert und Johannes Müller.

Durch Tatkraft und Ausdauer unter maßgeblicher Beteiligung von Landrat Schlüter war es gelungen, dieses gemeinnützige Werk trotz aller Schwierigkeiten durchzuführen. Mitte März begannen die Siedler in Gemeinschaftsarbeit mit dem Ausbau der neuen Straße. Anschließen wurde teilweise sofort mit dem Bau der Häuser begonnen. Die Bautätigkeit erhielt durch die am 21.6.1948 durchgeführte Währungsreform einen derartigen Auftrieb, dass am Jahresschluss die beachtliche Zahl von 7 Siedlungshäusern im Rohbau fertiggestellt waren, außerdem waren für 3 weitere Häuser die Kellergeschosse erstellt. Schwierig gestaltete sich die Beschaffung von Ersatzland für den Bauern Kirchhoff, in diesem Jahr war eine Lösung dieser Frage nicht mehr möglich.

"Aus dem kommunalpolitischen Leben der Gemeinde"

In der Zusammensetzung der Gemeindevertretung trat bis zur Durchführung der Neuwahlen keine Änderung ein. Der bisherige Bürgermeister Ludwig Müller trat von seinem Amt zurück. Zu dessen Nachfolger wurde mit Wirkung vom 1.4.1948 der Gemeindevertreter Anton Mutter einstimmig gewählt.

Am 17. Oktober 1948 fanden die Gemeinde-, Amts- und Kreistagswahlen statt. Bei einer Wahlbeteiligung von 82,5 % ergab sich folgendes Ergebnis:

a) Gemeindewahlen: CDU 258 Stimmen Zentrum 257 Stimmen
  FDP 131 Stimmen KPD 3 Stimmen

Es wurden gewählt: Anton Mutter, Maygadessen (CDU), Ludwig Müller, Marbeke (CDU), Franz Schäfer, Pyrmonter Str. (CDU), Albert Ahlemeyer, Karlshafener Str. (Z), Klemens Hillebrand (Z), Wilhelm Hartmann, Pyrmonter Str., Gerhard Nieke, Pyrmonter Str. (FDP)

a) Amtswahl: CDU 302 Stimmen Zentrum 212 Stimmen
  FDP 121 Stimmen    

Es wurden gewählt: Ludwig Müller, Marbeke (CDU), Grawitz, Maygadessen (FDP - über die Reserveliste.

a) Kreistagswahl: CDU 301 Stimmen Zentrum 150 Stimmen
  FDP 104 Stimmen KPD 21 Stimmen
  SPD 62 Stimmen    

Gewählt wurde der Schuhmachermeister Heinrich Schlüter (CDU).

Am 23.10.1948 wurde der Gemeindevertreter Anton Mutter durch die Gemeindevertretung zum Bürgermeister und der Gemeindevertreter Wilhelm Hartmann zum Stellvertreter gewählt. Amtsbürgermeister des Amtes Höxter-Land wurde der Amtsvertreter und gleichzeitige Bürgermeister von Albaxen Kamp (CDU). Der bisherige Landrat des Kreises Höxter, Heinrich Schlüter von hier wurde in der Kreistagssitzung am 8. November einstimmig zum Landrat wiedergewählt.    

"Währungsreform"

Die Reichsmark hatte in den Jahren nach dem Kriege als Zahlungsmittel immer mehr an Bedeutung verloren. Der "schwarze Markt" und das Kompensieren als Folge der zerrütteten RM-Währung machten sich überall breit. Die Regierungsmaßnahmen, wie Bewirtschaftung, Preisüberwachung und Bekämpfung des schwarzen Marktes und der Korruption verliefen im Sande. Es gab nur eine wirksame Lösung: Die Schaffung eines neuen zugkräftigen Zahlungsmittels. Wochen und Monate vor der Durchführung der Währungsreform gingen bereits die verschiedensten Gerüchte von Mund zu Mund. Der. 18. Juni brachte den Einwohnern westlichen Besatzungszonen endlich Gewissheit. Um 20. Uhr verkündete ein Sprecher der Mil. Reg. über den Rundfunk, dass die Währungsreform am Sonntag, den 20. Juni Mitternacht in Kraft trete. An die Stelle der "Reichsmark" trat von diesem Zeitpunkt an die "Deutsche Mark". Am 20. Juni wurde jedem Einwohner ein Kopfbetrag von 40,-- DM gegen Ablieferung von 60,-- RM durch zwei zahlstillen, die in der Schule, Driburger Str. eingerichtet waren, ausgezahlt. Die Auszahlung des Kopfbetrages erfolgte nur gegen Vorlage der Lebensmittelkarte. Der Rest des Kopfbetrages von 20,-- DM wurde einige Woche später ausgezahlt.

Am 23.6. folgte eine Steuerreform, die die hohen Steuersätze senkte. Die Bekanntgabe des Abwertungsverhältnisses "1 Deutsche Mark = 10 Reichsmark" erfolgte am 26. Juni. Da die Abwertung ohne Unterschied, ob reich oder arm, alt oder jung, durchgeführt wurde, entstanden zweifellos Härten. Die Wohlfahrtsanträge mehrten sich und die Wohlfahrtslasten wurden für die Gemeinden drückender.

Die erfolgversprechenden Auswirkungen der Geldumstellung waren schon in den nächsten Tagen festzustellen. Vielerlei Mangelwaren, die der Käufer bisher auf realem Wege nicht haben konnte, waren plötzlich wieder in den Geschäften zu annehmbaren Preisen erhältlich. In den Schaufenstern waren wieder friedensmäßige Auslagen zu sehen. Der seit Jahren in dem nahen Höxter nicht mehr betriebene öffentliche Wochenmarkt wurde wieder aufgenommen. Doch die Kauflust war zunächst gering, da nun wieder jeder rechnen und mit den erhaltenen 40,-- DM bis zur nächsten Einnahme reichen musste. Verschieden bisher bewirtschaftete Artikel, wie Gemüse Eier, Möbel, Haushaltsgegenstände, Porzellan, Fahrräder und anderes mehr wurden freigegeben. Für Textilien und Schuhwaren wurden nach Verkauf von 2 Monaten Bezugspunkte ausgegeben. Die behördliche Überwachung der Preise wurde weitgehend eingeschränkt. 

Doch bald machte sich wieder ein Warenmangel und ein fühlbares Ansteigender Preise bemerkbar. Die Geschäftswelt hatte ihre gehorteten Bestände verkauft und konnte nicht genügend neue beziehen, da die Produktion noch nicht genügend angelaufen war bzw. man hielt die Waren zurück, um zunächst die Entwicklung der Dinge abzuwarten. Um den Warenmangel zu beheben und die hohen Preise, die fast das 3-fache des bisherigen erreicht hatten , zu senken, wurde das "Jedermann-Programm" eingeleitet, das sich zunächst auf Textilien und Schuhe beschränkte und später auf weitere Artikel ausgedehnt wurde. Dieses Programm hatte zur Aufgabe, waren in größerem Umfang zu preiswerten Bedingungen auf den Markt zu bringen.

"Aus der Kirche"

Das Jahr 1948 brachte uns auch einen Wechsel in der Besetzung der Pfarrstelle. Am 1. Febr. verschied im 73. Lebensjahr der seit dem 1.4.27 in hiesiger Pfarrgemeinde segensreich tätig gewesenen Pfarrer Wilhelm Menne im St. Nicolai-Krankenhaus zu Höxter. Ein hartnäckiges leiden fesselte ihn bereits Monate lang an das Bett. ein unglücklicher Fall, der durch einen Schwindelanfall herbeigeführt wurde, verschlimmerte den Zustand derart, dass er am 31.1. in das Krankenhaus eingeliefert werden mußte, wo er nach wenigen Stunden starb. Unter großer Beteiligung von Einheimischen und Auswärtigen, insbesondere auch Höxteranern, fand am 5.2. die feierliche Beisetzung statt. Zahlreiche Geistliche aus den umliegenden Gemeinden waren gekommen, um ihren Amtsbruder das letzte Geleit zu geben.

Eine Abordnung des Kolpingvereins Höxter erschien in dankbarer Erinnerung ihres langjährigen Präses, denn als solcher hatte der damalige Vikar Menne während seiner 25-jährigen Tätigkeit in Höxter dem Verein vorgestanden. Die Godelheimer werden dem von ihnen gegangenen Seelsorger ein dankbares Andenken erhalten.

Am folgenden Sonntag wurde der Gemeinde ein Nachruf des Erzbischofs verlesen. Der bereits im Vorjahr e nach hier zur Aushilfe gekommenen Geistliche Rat Dr. Schubert wurde durch das Generalvikariat Paderborn zum Pfarrverweser ernannt, das er bis Anfang Juni inne hatte. Aus Anlass der Versetzung des Dr. Schubert nach Soest wurde am 4.6 auf dem Dohmann'schen Saal eine würdige Abschiedsfeier veranstaltet. 

Der 6.6.1948 brachte Godelheim den Einzug des zum Nachfolger ernannten bisherigen Vikars von Alhausen Franz Eickhoff. Bei schönem Sommerwetter wurde der neue Seelsorger auf der Driburger Str. am Eingang des Dorfes von dem Kirchenvorstand und der Gemeindevertretung sowie dem Dechant Sander und den zahlreich erschienen Einwohnern begrüßt und durch die Fahnen und blumengeschmückten Straßen zur Kirche geleitet. Hier wurde er unter den üblichen Zeremonien durch Dechant Sander in sein neues Amt eingeführt und ihm das Gotteshaus übergeben. Pfarrer Eickhoff steht im 51. Lebensjahr und wurde in Eikeloh, kreis Lippstadt geboren. 1924 erhielt er zu Paderborn die Priesterweihe und war seitdem 10 Jahre in Holzwickede und 13 Jahre in Alhausen in der Seelsorge tätig. Möge ihm auch in Godelheim ein recht langes und segensreiches Wirken vergönnt sein.

Zu erwähnen bleibt noch, dass in diesem Jahre erstmalig wieder die Christmette unter großer Beteiligung der Gläubigen um Mitternacht zelebriert wurde. Die Godelheimer Pfarrkirche wird dem aus Amelunxen herüber kommenden evangel. Geistlichen alle vier Wochen zum Abhalten des Gottesdienstes am Sonntagnachmittag zur Verfügung gestellt.

Flüchtlinge

Godelheim erhielt am 12.10. 9 und am 22.10 weitere 22  Flüchtlinge zugewiesen, deren Unterbringung erhebliche Schwierigkeiten machte. Der letzte Transport musste zunächst etliche Wochen in der Knabenschule, Pyrmonter Str. untergebracht werden, bis die Einweisung in Wohnungen erfolgen konnte.

Ernährung

Wenn auch das Marken- und Bezugsscheinwesen bis jetzt noch nicht fortfallen konnte, so ist in diesem Jahr, insbesondere nach der Währungsreform eine wesentliche Besserung in der Ernährungslage eingetreten. Noch zu Anfang des Jahres konnte man Scharen von sogen. Hamsterern sehen, die in Zügen und Autos dem Lande zu strebten, um dort gegen Waren aller Art Lebensmittel einzutauschen. Es war einfach nicht möglich von den Hungerrationen, die nach Kalorien bemessen wurden zu leben, ohne sich zusätzlich essbares zu beschaffen. In dieser entscheidenden Magenfrage scheinen wir Gott sei Dank über den Berg zu sein, wenn auch noch vieles zu wünschen übrig bleibt.

In den Herbsttagen dieses Jahres war das Ziel vieler Einwohner von Stadt und Land die umliegenden Wälder. Das Bucheckernvorkommen war besonders reichhaltig. Verschiedene Familien, die über genügend Zeit und eifrige Sammler verfügten, brachten es zu einer enormen Ernte in Bucheckern. Die Bucheckern konnten in Sammelstellen gegen Öl eingetauscht werden, wodurch eine willkommen Zugabe zu den noch bescheidenen Fettrationen erreicht war.

Bewirtschaftung in der Landwirtschaft

Die früher erlassenen Bewirtschaftungsmaßnahen in der landwirtschaft bestehten zum größten Teil auch heute noch. Jeder Landwirt hat das ihm auferlegte sehr beträchtliche soll an Ablieferungen aus der Korn- und hackfruchternte sowie an Vieh mindestens annähernd zu erfüllen. Stichprobenartige kontrollen deutscher und englischer Stellen überprüfen die in der Ablieferung rückständigen Höfe. Nachdem seit dem 1. April der Reichsnährstand aufgelöst ist, wurde hier ein landwirtschaftler ortsverein gebidlet, dem der bisherige Ortsbauernführer und jetzige Ortsbauernvorsteher bzw. Vertrauensmann Bauer Wilhelm  Kirchhoff, Pyrmonter Str. vorsteht.

Die Schlachtbestimmungen wurden für die Schalchtperiode gelockert. Es darf bei Vollselbstversorgern für 3 Personen 1 Schwein und bei Teilselbstversorgern für 2 Personen 1 Schwein geschlachtet werden. Die früher geltenden Bestimmungen über Gewichtsgrenzen und dergleichen sind in Fortfall gekommen. In diesem Zusammenhang ach' auch erwähnt werden, daß für 6 Wochen alte Ferkel verhätlnismäßig hohe Preise von 65,-- DM und mehr gezahlt wird.

Tabakernte

In denGärten derjenigen Familien, in denen sich Raucher befinden, konnte man schon seit Jahren ein bisher hier unbekanntes Gewächs antreffen. Tabakstauden in mannsgröße und höher mit grossen Blättern belebten die Gärten. Vereinzelt wurde der Tabak in diesem Jahr auch von Bauern in größerem Umfan auf dem Felde für Fabriken angepfalanzt. Die Zubereitung der reifen Blätter bis zum rauchfertigen Tabak erforderte von dem Raucher eine Gedulsprobe, die gewöhnlich nicht bestanden wurde. Der Tabak wurde dann im halbfertigen zustand geraucht, was weder für den Raucher noch für den Nichtraucher von Vorteil war.

Einbrüche

In diesem Jahr wurden bei verschedenen Einwohnern unserer Gemeinde Einbrüche ausgeübt, deren Täter nicht ermittelt werden konnten. Gestohlen wurden Kleidungsstücke, Radiogeräte, Fleischwaren ua. Zur Sicherung der Ernte wurde wie im Vorjahr ein Flurschutz eingerichtet, der durch Kontrollgänge Felddiebstähle verhindern sollte. Der hier bisher stationierte Polizeibeamte Sikora wurde versetzt. Sein Nachfolger wurde der Polizeibeamte Rasche.

Kindergarten

Der bisher in der Knabenschule eingerichtet Kindergarten wurde ab 1. Oktober 1948 aufgelöst, da das Klassenzimmer wieder für Schulzwecke benötigt wurde. Von den vier Franziskus-Schwestern, die den Kindergarten betreuten, blieben 2 zur Krankenpflege in der Gemeinde.

Einige tragische Unglücksfälle ereigneten sich auch in diesem Jahr. Am 15.5. wurde die 7-jährige Tochter der in Beverungen wohnhaften Frau Emma Schübeler, geb. Köhne aus Godelheim, die hier zu Besuch war, bei der Kreuzung Gartenstraße/Pyrmonter Str. von einem Motorrad angefahren. Das Kind war auf der Stelle tot.
Am 20.5. wurde der bei dem Bauern Josef Müller, Kirchstraße beschäftigte Landwirtschaftsgehilfe Günther Steinike aus Berlin bei einem leichten Gewitter unter einem Lindenbaum (erster Baum links) an der Kapelle durch Blitzschlag getötet.
Dem Rangierer Franz Büker, Bahnhofstr. wird am 7.7. beim rangieren auf dem Bahnhof, Ottbergen der linke Fuß abgefahren.
In dem Sand- und Kieswerk Kirchhoff-Dohmann wurde ein Arbeiter der Fa. Rath, Nieheim am 12.10. beim Abfahren von Sand durch einen herabfallenden Stein derart schwer verletzt, dass er in das St. Nicolai-Krankenhaus Höxter eingeliefert werden musste, wo er nach 24 Stunden starb.
Am 8.12.stürzt der 74-jährige Invalide Ludwig Watermeyer, Kirchstr. auf dem Wege von der Abendandacht (Maria Empfängnis) von der Kirchhofmauer, wodurch er so schwere Verletzungen davon trug, dass er nach wenigen Minuten starb.

Zwei weiter bemerkenswerte Todesfälle sind folgende:
Am 11. Mai verstarb als Letzte eines alten Godelheim Bauernamens  die Ww. Dorothea Bode, Eigentümerin des Bauernhofes Pyrmonter Str. Das Gehöft, dessen Ländereien bereits seit Jahren verpachtet sind erbt ein in Lüchtringer wohnhafter Verwandter Namens Beverungen. Kurz vor ihrem Tode hatte die Verstorbene noch eine hochherzige Schenkung an die hiesige kath. Kirchengemeinde vorgenommen. Es handelt sich um einen 1/2 Morgen großen Bauplatz für ein Schwesternheim bzw. einen Kindergarten, der im Anschluss an der Volksschule, Driburger Str. liegt. 
An Typhus verschied am 14. Juli die Mutter von zwei minderjährigen Kindern Kunigunde Reker, geb. Nolte, Driburger Str. Der Ehemann Heinrich Reker wurde zum Schluss des Krieges zum Volkssturm eingezogen und ist seitdem vermisst.

Standesamtsnachrichten:           
Geburten  4,  Eheschließungen  11, Sterbefälle  9

Die Angaben sind unvollständig, da viele Beurkundungen außerhalb, insbesondere in Höxter erfolgt sind.