Drei neue Informationstafeln im Naturschutzgebiet „Grundlose – Taubenborn“

Kreis Höxter. Mit Informationstafeln in den Naturschutzgebieten will der Kreis Höxter auf die Tier- und Pflanzenwelt der heimischen Region aufmerksam machen. „Wir wollen die Besonderheiten unserer einmaligen Kulturlandschaft erlebbar machen und zugleich Verständnis für den Schutz der Natur wecken“, erklärte der Landrat des Kreises Höxter, Hubertus Backhaus, bei der offiziellen Präsentation im Naturschutzgebiet „Grundlose – Taubenborn“.

Dort informieren drei reich bebilderte Schautafeln über Fauna und Flora des Naturschutzgebietes, das als Natura 2000-Gebiet ausgewiesen ist. Abgebildet ist auch der Kammmolch, dessen Vorkommen im Taubenborn maßgeblich zu dessen Ausweisung als Naturschutzgebiet beigetragen hat. „Insgesamt leben hier rund 50.000 Amphibien“, erklärte Dr. Burkhard Beinlich, Leiter der Landschaftsstation im Kreis Höxter,  

„Drei weitere moderne Schautafeln hat der Kreis Höxter in den Naturschutzgebieten Bielenberg, Räuschenberg sowie Tonenburg und Saumermündung aufstellen lassen“, erklärt der Leiter des Fachbereichs Umwelt, Planen, Bauen des Kreises Höxter, Michael Werner. „Wichtig war uns eine attraktive Gestaltung der Tafeln, die Besucherinnen und Besucher der Naturschutzgebiete dazu anregt, ihr Wissen über die Tier- und Pflanzenwelt zu erweitern.“ Mit der Konzeption und Ausführung hatte der Kreis Höxter die Landschaftsstation des Kreises beauftragt. Deren Leiter, Dr. Burkhard Beinlich

Interessierte Spaziergänger erfahren zum Beispiel, dass der größte Halbtrockenrasen im Kreis Höxter am Südhang des Räuschenbergs zu finden ist. Der eher unscheinbar wirkende Halbtrockenrasen beeindruckt durch eine ausgeprägte Artenvielfalt. Dazu zählen Enziane wie der Kreuz-Enzian und Orchideen wie das Knabenkraut. „Wir sind das nördlichste Verbreitungsgebiet von Orchideen“, erläutert Klaus-Otto Ebeling, Leiter der Abteilung Schutz von Landschaft und Natur des Kreises Höxter.

Die nächsten Tafeln werden im mehr als 60 Kilometer langen Naturschutzgebiet Nethe aufgestellt. Naturnahe Fließgewässersysteme mit ihrer strukturellen Vielfalt üben eine große Anziehungskraft auf Erholungssuchende und Naturverbundene aus. Eine weitere Informationstafel ist im Naturschutzgebiet Wenkenberg in der Stadt Nieheim geplant.

Im Kreis Höxter gibt es 76 Naturschutzgebiete mit einer Gesamtfläche von fast 9.000 Hektar. Wegen ihrer Einmaligkeit, Artenvielfalt und Schönheit gehören viele dieser Naturschutzgebiete zu den am stärksten besuchten Landstrichen im Kulturland Kreis Höxter. „Mit den Informationstafeln wollen wir Naturerleben und Naturschutz in Einklang bringen, indem wir nicht nur auf die Naturschutzgebiete hinweisen, sondern den Erholungssuchenden an den gut besuchten Wanderwegen unseres Kulturlandes Wissen über die dort lebenden Tiere und Pflanzen vermitteln“, erklärt Landrat Backhaus.

Nach dem Landschaftsgesetz Nordrhein-Westfalen werden Naturschutzgebiete mit den sogenannten „Adler-Schildern“ gekennzeichnet, die jedoch wenig aussagekräftig sind. In der Folge der Fauna-Flora-Habitat-Regelungen hätte der Kreis Höxter rund 500 zusätzliche Adler-Schilder in den Naturschutzgebieten aufstellen müssen, die in den letzten 10 Jahren neu ausgewiesenen wurden. „Wir haben uns bei der Bezirksregierung Detmold als Höherer Landschaftsbehörde erfolgreich dafür eingesetzt, nur 100 zusätzliche Adler-Schilder und darüber hinaus verstärkt Informationstafeln aufzustellen“, erklärt Fachbereichsleiter Michael Werner.

Der Kreis Höxter hat bisher gute Erfahrungen mit Schautafeln gemacht, die Sinn und Zweck der Naturschutzgebietsausweisung erläutern, über schützenswerte Arten, Pflegemaßnahmen und Verhaltensvorgaben für Besucherinnen und Besucher der geschützten Gebiete informieren. Bereits 1998 hatte der Kreis Höxter erste Informationstafeln an stark frequentierte Wanderwegen in den Naturschutzgebieten Desenberg und Hannoversche Klippen aufgestellt, um einen besseren Schutz der Tier- und Pflanzenwelt zu erreichen. Es folgten Tafeln in den Naturschutzgebieten Nethemündung, Stockberg und Räuschenberg. Mit den jetzt neu aufgestellten Tafeln gibt es im Kreis Höxter insgesamt 15 Schautafeln in Naturschutzgebieten.  


Kreis Höxter beteiligt sich am Landeswettbewerb „Erlebnis.NRW“

Mit dem Projekt „Natura 2000 – Naturerleben im Kulturland Kreis Höxter“ hat sich der Kreis Höxter an einem vom Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz ausgeschriebenen Wettbewerb „Erlebnis.NRW“ beteiligt. Im Rahmen des Projekts soll eine Vielzahl von Einzelmaßnahmen umgesetzt werden, die den Naturschutz im Kreis Höxter und die Natura 2000- (FFH-)Gebiete für Wanderer und Radfahrer erlebbar machen sollen. Das Projekt sieht vor, dass weitere Informationstafeln auf die Naturschutzgebiete „Satzer Moor“ (Bad Driburg), „Hannover’sche Klippen“ (Beverungen), „Schwiemelkopf“ (Borgentreich) und die „Naturschutzgebiete um Ottbergen“ (Höxter) hinweisen sollen.


Freuen sich über die neuen Informationstafeln im Naturschutzgebiet „Taubenborn“: Klaus-Otto Ebeling, Leiter der Abteilung Schutz von Landschaft und Natur, Michael Werner, Leiter des Fachbereichs Umweltschutz, Dr. Burkhard Beinlich, Leiter der Landschaftsstation im Kreis Höxter, und Landrat Hubertus Backhaus (v.l.).

Bericht: Kreis Höxter