Lauenförde II nach Krimi Vizemeister
FUSSBALL: C-Liga-Entscheidungsspiel endet 9:8 im Elfmeterschießen
VON SEBASTIAN BUOB

Amelunxen. Geht’s noch spannender? Wohl kaum. Im (Vor)-Entscheidungsspiel um den Aufstieg in die Kreisliga B besiegte der SC Lauenförde II den TuS Godelheim mit 9:8 (4:4) nach Elfmeterschießen. Ein echter Krimi. Ein unglaublicher Spielverlauf. Godelheim verspielte innerhalb von 15 Minuten eine 3:0-Führung. Lauenförde ist nun offiziell Vizemeister der Staffel zwei.

"Die Spannung hätte ja nicht sein müssen, wenn wir von Anfang an unsere Chancen genutzt hätten", so Lauenfördes Trainer Peter Döring nach dem Spiel. Diese Chancen - sie wurden von den Niedersachsen eben nicht genutzt. Stattdessen führte Godelheim zur Pause. Ein Distanzschuss von Spielführer Michael Stadermann saß, kurz vor der Pause führte der TuS (45.). Stadermann blieb ein Unruheherd, eine Horrorgestalt für die Lauenförder Abwehr. Er markierte auch seine Treffer Nummer zwei (50.) und drei (65.). 3:0 und nur noch 15, 20 Minuten zu spielen.

Eine Führung, die der TuS Godelheim eigentlich hätte nach Hause schaukeln müssen. Zumal Lauenförde in der Schlussphase mit nur noch zehn Mann agierte. Daniel Festerling besichtigte gelb-rot-belastet weit vor seinen Lauenförder Mannschaftskameraden die Duschkabinen des gastgebenden TuS Amelunxen. Lauenförde gab trotzdem nie auf, kämpfte - und schaffte das Unglaubliche. Lukas Patelczyk (75.), ein Godelheimer Eigentor aus dem Getümmel (80.) und erneut Patelczyk (88.) glichen aus. Godelheim unter Schock - es ging in die Verlängerung. Und dort ging erneut Godelheim in Führung. Per Freistoß erzielte Regisseur, Spielertrainer und Mannschaftsoldie Reiner Bannenberg das 4:3 (103.). Godelheim war auf Siegkurs, Lauenförde drückte. Jos Belde verpasste den Ausgleich nur haarscharf. Lauenförde musste bis in die letzte Sekunde zittern: Steffen Potthast glich in Minute 120 aus. Die Spannung überschlug sich - es kam tatsächlich zum Elfmeterschießen. Über das hatten einige Zuschauer schon in Halbzeit eins gefrotzelt - ohne wirklich dran zu glauben. Lauenförde verwandelte alle Elfer, Godelheim nur vier - Torwart Sven Lauterbach setzte den dritten Elfer des TuS nämlich rechts daneben, war der ganz große Unglücksrabe. Godelheim spielt somit weiter C-Liga. Die Tränen werden irgendwann trocknen. "Wir haben eine sehr junge Mannschaft mit Zukunft. Wir müssen halt nächste Saison wieder angreifen", spendete Kassierer Josef Kirchhoff der Elf Trost.

Lauenförde II kann hingegen weiter hoffen: In Erkeln kommt es am kommenden Samstag zum entscheidenden Spiel gegen den Vizemeister der Staffel eins, Nieheim/West. Der Sieger erhält den letzten freien Startplatz in der Kreisliga B.

TuS Godelheim: Lauterbach, Schümmelfeder, Remmeke, Held, Steiner, Chr. Potthast (44. Stein), Brüseke (75. Diedrich), Bannenberg, Pieper, Stadermann, Große-Kreul (70. Clement)
SC Lauenförde II: Wittek, Müller, Lopéz (61. Berg/ 84. Uliczka), Belde, Jarosch, St.Potthast, Festerling, Schäfer, Bender (55. Lindemann), Rhoden, Patelczyk
Tore:1:0 Stadermann (45.), 2:0 Stadermann (50.), 3:0 Stadermann (65.), 3:1 Patelczyk (75.), 3:2 Eigentor (80.), 3:3 Patelczyk (88.), 4:3 Bannenberg (103.), 4:4 St. Potthast (120.)
Elfmeter-Schießen: 5:4 Bannenberg, 5:5 Rhoden, 6:5 Schümmelfeder, 6:6 St. Potthast, Lauterbach schießt rechts daneben, 6:7 Schäfer, 7:7 Stadermann, 7:8 Patelczyk, 8:8 Steiner, 8:9 Jarosch


Der SC Lauenförde um Martin Lopéz machte es 5odelheims Kapitän Michael Stadermann zwar nicht einfach. Trotzdem erzielte der drei Tore.

Neue Westfälische, 16.06.08